Etwas Regen - neues Hochwasser?

Gespeichert von Erik Wegner am/um Fr, 25.07.2014 - 18:17
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Ein bisschen Regen lässt die Erinnerung an 2013 wach werden.

Der höchste, je gemessene Saalepegel hat alle Erwartungen an Wasserhöhe noch übertroffen.

Was war nun heute los? Im alte Flussbett an der Flutbrücke stand das Regenwasser, wegen Kanalarbeiten (Ironie des Schicksals: Reparaturen nach dem Hochwasser 2013) konnte es nicht abfließen und blockierte die Straße.

Der Aufreger bei mir war aber nicht das Wasser, sondern das fehlende Verkehrsmanagement. Die Sperrung der Straße war nicht ausgeschildert: auf dem Hinweisschild stand „Kanalarbeiten“, nichts von einer totalen Durchfahrtssperre. Dementsprechend versuchten viele Fahrzeuge, dort entlangzufahren. Weil ganz vorn wenig Platz zum Wenden war, bildete sich schnell eine Schlange, die Umkehrer konnten auch schlecht durch die Nebenstraßen wegfahren, entweder war ihr Fahrzeug zu groß für die engen Mittelaltergässchen, oder die Straßenkreuzung war durch weitere wartende Fahrzeuge blockiert. Aus meiner Sicht fehlte hier ein Verkehrsmanagement. Die anwesenden Feuerwehrleute fühlten sich naturgemäß nicht zuständig für Verkehrsleitaufgaben.

Hoffentlich wird die B6n-Verbindung zwischen Dröbel und Talstadt schnellstens fertig. Sonst droht bei der nächsten Störung wieder das völlige Verkehrchaos. Die alte B71 ist (siehe oben) gesperrt, nur ist die Sperrung schlecht ausgeschildert. Jetzt wenden 40-Tonner-LKWs in der Altstadt und fahren dabei die Fußwege kaputt. Wer kümmert sich um sowas? Und wenn das Hochwasser kommt, dann ist die Talstadt wieder von der (A14-)Außenwelt getrennt. Dann käme diese neue Straße gerade recht, um wieder die Verbindung in den Norden sicherzustellen.

Mich wundert sowieso, warum es mit unserer Technik nicht möglich ist, ortsbasierte Informationen in Echtzeit zu verteilen. Jeder hat ein Handy, ein Navi oder einen Bordcomputer im Fahrzeug. Dort müsste rechtzeitig bekannt sein, dass, warum und wie lange eine Störung vorliegt. Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass eine Stauumfahrung meistens dazu führt, dass die Nebenstrecken hoffnungslos überlastet sind. Das bedeutet doch auch hier mangelnde Weitsicht und fehlende Planung von Alternativszenarien. Und das in Zeiten von Big Data - einfach armselig.

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