Hinter die Kulissen und über den Tellerrand geschaut: Besuch bei Netflix

Gespeichert von Erik Wegner am/um Mo., 01.09.2014 - 09:02
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Auf Heise.de findet sich ein spannender Artikel über Netflix. Der Autor schildert seinen Besuch im Hauptquartier in Los Gatos (Karte) im Vorfeld des Deutschlandstarts des Dienstes. Eines gleich vorneweg: fairerweise steht dort auch zu lesen, dass Netflix diese Reise bezahlt hat.

Immer wieder spannend finde ich, wenn Unternehmenskulturen beschrieben werden. Die bemerkenswertesten Punkte hier sind für mich:

  • Ein Automat für Kleinteile wie Mäuse. Bei einem 1.000-Leute-Unternehmen, noch dazu im IT-Bereich, ist das sicherlich eine große Entlastung für die interne IT-Supportabteilung.
  • Die Gestaltung der Büros liegt in der Hand der einzelnen Abteilungen. Es ist keine leichte Aufgabe, Büros zu planen, und jede Änderung an baulichen Gegebenheiten kostet auch Geld.
  • Die Darstellung der laufenden Verbesserungsprozesse auf einer Marathonliste zeigt das Verständnis dieses Metiers: klar sind schnell einfache Verbesserungen gefunden und umgesetzt. Bei größeren Ideen braucht es aber langfristige Unterstützung, sonst ist der intiale Funken, der bei allen Beteiligten die Begeisterung ansteckt, bald nur noch ein Aschehaufen. Es ist sehr schwierig und erfordert viel Ausdauer, Veränderungen zu begleiten oder sogar umzusetzen, je größer der Grad der Verändung und die Menge der Beteiligten ist. Ein Verbesserungsprozess auf Unternehmensebene ist dann die Königsdiziplin.

Und noch etwas hat der Artikel bewirkt:

Ich bin immer noch der Meinung, was mir gefällt, sollte ich auch besitzen. In Anbetracht der schieren Menge von Büchern, Musik und Filmen ist es aber auch weder wirtschaftlich noch vom notwendigen Aufbewahrungsplatz sinnvoll, sich alles zuzulegen. Für den gelegentlichen Konsum halte ich es für durchaus angebracht, auf elektronische Bücher, Streaming- und On-Demand-Dienste zuzugreifen.

Die massenhafte und ständige Verfügbarkeit eines jeden Artikels vorausgesetzt, ist das eine lohnenswerte Sache. Und wenn die Bezahlung über eine Kulturflatrate abgedeckt ist, ist die Welt in Ordnung.